Notruf-App zieht bei Sonopress ein

Mit der Notruf-App nach Gütersloh:
Roman Lazarus eröffnet am 1. August eine Niederlassung seiner Software-Firma
in der zweiten Etage des Sonopress-Hauses an der Carl-Bertelsmann-Straße.


Gütersloh (g1). Mit dem gro­ßen Ziel vor Augen, die entwi­ckelte Notruf -App in ganz Deutschland einzuführen, grün­det das Software-Unternehmen Lazarus Networks jetzt eine Nie­derlassung in Gütersloh. Ab dem 1. August nehmen 15 Beschäftigte in 12 gemieteten Büros bei Sono­press an der Carl-Bertelsmann­Straße ihre Arbeit auf. „Wir sind sehr glücklich über die Entschei­dung für Gütersloh“, sagt App­Entwickler Roman-Bendix Laza­rus.


Auslöser für den Standort­wechsel auf 300 Quadratmetern im Hause Sonopress war laut Ge­schäftsführer Lazarus das Aus­laufen des Mietvertrags in der Bielefelder Filiale. Weil eine Ver­längerung nicht möglich gewesen sei, habe Handlungsbedarf be­standen. Die Wahl sei auch des­halb auf Gütersloh gefallen, weil das Softwareunternehmen eine enge Zusammenarbeit mit dem dortigen berufstherapeutischen Zentrum pflege, so Lazarus. „In­tegration spielt bei uns eine große Rolle.“
Im Haus von Sonopress werden die Niederlassungen Bielefeld und Dortmund zusammengelegt. Die Zentrale befindet sich in Soest, dem Wohnort des Firmen­gründers. Wichtig für das Unter­nehmen ist zudem der Standort
im schweizerischen Effretikon in der Nähe von Zürich. Dort — wie bisher in Bielefeld — werden harte Euro mit Mediendesign verdient, während die entwickelte Notruf­App erst noch auf dem Markt ein­geführt werden muss.
Der 47-jährige Geschäftsführer gibt sich zuversichtlich, das in absehbarer Zeit bewerkstelligen zu können. Internationale Paten­tierungsverfahren liefen. Kontak­te mit etlichen Rettungsleitstellen hätten bereits viel Rückenwind gegeben. „Da hat niemand gesagt, wir hätten Quatsch entwickelt“, so Lazarus. Er weiß aber auch, dass Mittel von den Trägern der Leitstellen bewilligt werden müs­sen, damit Lazarus Networks ins Geschäft kommt. „Die sind in ei­nigen Haushalten für 2019 schon berücksichtigt“, sagt der gebürti­ge Dülmener. „Aber wir müssen definitiv noch viele Kontakte auf­nehmen, und Bund sowie Länder müssen sich bewegen.“
Der Plan sieht vor, die Hilfe­App bundeseinheitlich einzufüh­ren, anstatt eine Insellösung in Erwägung zu ziehen. „Aber wir könnten die App als Pilotprojekt in Gütersloh führen“, sagt Laza­rus, der dafür noch Gespräche vor Ort führen will. Der Chef betont: „Wir sind marktreif.“
Der 1. August steht indes zu­nächst für zwei besondere Punkte der Firmengeschichte. Zum einen wird das zweijährige Bestehen gefeiert. Zum anderen beginnt die Arbeit in der Gütersloher Filiale.


Hintegrund

Die von Lazarus Networks ent­wickelte App für Smartphones und Tablets ermöglicht es, per einfacher Berührung des Handy­bildschirms einen Notruf zu akti­vieren und an die Leitstelle wei­terzuleiten. Vom Nutzer zuvor eingegebene wichtige Daten wie Körpermaße, Krankenagenda, Beeinträchtigungen, behandeln de Ärzte und Angehörigenkon­takte werden ebenfalls übermit­telt. So kann der Notarzt gezielt handeln. Die App vereinfacht zu­dem die Standortbestimmung (GPS) des Nutzers, sodass in un­bekanntem Gelände, zum Bei­spiel im Wald, schnelle Hilfe ge­leistet werden kann. Durch eine Video-Übertragung ist es zudem möglich, dass sich die Helfer ein Bild von etwaigen Verletzungen machen können.

Die bereits zweimal ausge­zeichnete App soll dem Nutzer keine Kosten verursachen.
Hatte die Applikation bisher den Na­men „Help me“, wird sie ab Mitt­woch, 1. August, als „Lazarus­App“ geführt.


Quelle: Die Glocke, von Sieggfried Scheffler, Foto: Scheffler