Lebensretter Lazarus: Mit Notruf-App Hilfe holen

Roman-Bendix Lazarus stellt die Notruf-App „Lazarus“ vor,
die im nächsten Jahr bundesweit genutzt werden soll.


WARSTEIN  Was wäre wenn…? – Diese Frage hat sich RomanBendix Lazarus immer wieder gestellt. „Meine Eltern sind auch nicht mehr die Jüngsten und leben etwas außerhalb. Was würden sie in einem Notfall tun?“, erklärt der 47-jährige Gründer des Startups Lazarus Networks, das in dieser Woche seinen zweijähriges Bestehen feiert, seine Beweggründe. Als Antwort auf diese Frage entwickelte er die „Lazarus“-App, mit der in Not geratene Menschen ganz einfach mit ein paar Berührungen auf dem Smartphone den Rettungsdienst alarmieren können.
Unter dem Namen „helpme“ wurde die App in den vergangenen zwei Jahren stetig weiterentwickelt und steht als Demoversion bereits kostenlos im Google Play Store zur Verfügung. Diese Test- und Entwicklungsphase hat Lazarus inzwischen allerdings abgeschlossen. Das Grundkonzept konnte während der gesamten zwei Jahre beibehalten werden, mit Hilfe von Partnern wie Rettungsleitstellen und Fachverbänden konnten darüber hinaus weitere Details hinzugefügt werden, um bei tätigen eines Notrufes noch genauere Informationen über bestehende Krankheiten, Einschränkungen und Zustand des Patienten übermitteln zu können. Besonderheit der „Lazarus“App ist die Möglichkeit, direkten Kontakt zwischen Rettungsleitstelle und Patient aufzubauen. Neben einem Chatprogramm kann auch die Kamera des Smartphones eingeschaltet werden, damit die Retter sich ein Bild von der Situation machen können, um bestmöglich zu agieren. Dies ist nicht nur in medizinischen Notfällen von Vorteil. Die App bietet zusätzlich die Möglichkeit auszuwählen, ob die Polizei, die Feuerwehr oder ein Arzt alarmiert werden soll – ganz ohne zwischengelagertes Call-Center oder ähnliches, um im Notfall wichtige Zeit zu sparen. Die App soll vor allem auch Gehörlosen einen ganz neuen Mehrwert liefern: Bisher konnten diese im Fall der Fälle nur ein Notruf-Fax versenden. „Aber wer hat schon immer ein Faxgerät dabei?“, so Lazarus, der einige Jahre in der LWL-Klinik gearbeitet und sein Unternehmen 2016 in Warstein gegründet hat.
Aktuell steht Roman-Bendix Lazarus in Kontakt mit Rettungsleitstellen in ganz Deutschland. „Wir stehen jetzt auch in den HaushaltsPlänen einiger Länder für das nächste Jahr und hoffen, dass die App dann schon 2019 genutzt wird“, so Lazarus. Ziel sei hier aber ganz klar, die flächendeckende Nutzung in ganz Deutschland zu schaffen. „Der Nutzen ist nur sehr gering, wenn die App zwar hier in Nordrhein-Westfalen, aber wenige Kilometer weiter in Niedersachsen dann nicht mehr genutzt werden kann.“ Deutschland muss dabei aber nicht das Ende sein: Der Patentschutz für seine App, die übrigens auch in Zukunft kostenfrei bleiben soll, gilt auch für das Ausland. Dass die App Potenzial hat, zeigt auch die zweimalige Auszeichnung der Lazarus Networks GmbH mit dem Innovationspreis „Best of IT“ der Initiative Mittelstand. Denn das Unternehmen hat in seiner zweijährigen Erfolgsgeschichte nicht nur an der Entwicklung der App gearbeitet: Neben der Softwareentwicklung haben Lazarus und sein Team eine Abteilung für Mediendesign aufgebaut und ist mittlerweile in Soest, Bielefeld Dortmund und Effretikon (Schweiz) vertreten.


Quelle: Soester Anzeiger, von Pauline Nolte, Foto: Dahm