Smarter Notruf hilft per App

Roman-Bendix Lazarus zeigt die
von seiner Firma entwickelte Notfall-App „helpme“.


DÜLMEN. Roman-Bendix Lazarus hat beruflich schon einiges gemacht. Eine kaufmännische Lehre, er hat in der Pflege gearbeitet. 2016 gründete er Lazarus Networks GmbH, eine Firma für Softwareentwicklung und Mediendesign. Hier entwickelt er seit 2016 „helpme“, eine Notruf-App, die in diesem, spätestens aber im nächsten Jahr auf den Markt kommen soll. „Wir machen den Notruf smart“, lautet der innovative Gedanke des Unternehmens.


„Wir wollen die App so gestalten,
dass sie jeder benutzen kann.“
Roman-Bendix Lazarus



Viele Gespräche hat Lazarus, der in Dülmen aufwuchs und zur Schule ging, in letzter Zeit mit Leitstellen geführt. Denn der Notruf ist nicht Sache von Bund und Land, sondern eine kommunale Angelegenheit. Aber auch auf politischer Ebene wurden viele Gespräche geführt. „Dabei ging es nicht um Geld, die Entwicklung zahlen wir aus unseren Mitteln“, sagt Lazarus. Und so funktioniert „helpme“: Nach dem Download und der Verifizierung der angegebenen Telefonnummer, kann der Nutzer persönliche und medizinische Daten wie Blutgruppe, Allergien oder Unverträglichkeiten eintragen. Diese Daten werden beim Notruf an die Leitstelle weitergeleitet. „So kann der Disponent beispielsweise sehen, ob er es mit einem Diabetiker zu tun hat“, erklärt Lazarus. Für den Notruf drückt man den Button für einige Sekunden, die Einstellung kann vorher vorgenommen werden. „Dadurch wollen wir Hosentaschenanrufe verhindern, die den Leitstellen viel Arbeit machen“, erklärt Lazarus. Der Notruf selber kann per Audio-Anruf erfolgen, es geht aber auch per Video, damit sich der Disponent beispielsweise einen genaueren Eindruck von einer Unfallstelle machen kann. Hierfür greift die App dann auf die Kamera des Smartphones zu. Zudem gibt es, beispielsweise für Gehörlose, eine Chat-Funktion. Diese kann aber auch für andere Leute wichtig sein.

In seinem persönlichen Umfeld gebe es Beispiele von Menschen, die beispielsweise auf eine Sauerstoffzufuhr angewiesen sind. „Im Notfall ist das Sprechen nicht mehr so einfach.“ Für die App gilt: „Wir wollen sie so gestalten, dass sie jeder benutzen kann“, sagt Lazarus. Wenn der Notruf abgesetzt wird, sendet das Handy sämtliche Standortinformationen, damit die Rettungskräfte genau wissen, wo sie hin müssen. „Die Zeit ist in der Rettungskette elementar.“ Und wenn man im Notfall kein Netz hat? „Dann wird der Notruf von der App über die 112-Verbindung aufgebaut“, erklärt Lazarus. . Die App wird für den  Endverbraucher kostenlos zur Verfügung stehen. Bei der Erstellung der App kam Roman-Bendix Lazarus dann an seine Grenzen. „Ich habe viel dazu gelernt, aber so einfach ist das Programmieren dann doch nicht.“ Mit Unterstützung seiner 20 Mitarbeiter und mit der Rückmeldung aus vielen Leitstellen wurde die App Stück für Stück weiterentwickelt „Die Mitarbeiter sind mit großer Leidenschaft dabei“, lobt Lazarus. Erste Auszeichnungen hat die App ebenfalls bereits gesammelt. Von der Initiative Mittelstand wurde die App zweimal in Serie mit der Auszeichnung „Best of IT“ bedacht. Noch in diesem Jahr, spätestens 2019 soll die App „helpme“ an den Start gehen. „Die Anschaffung der Software für die Leitstellen steht in einigen Haushalten bereits drin“, berichtet Roman-Bendix Lazarus. Sein Ziel ist eine bundesweite Nutzung des Systems.


Quelle: Dülmener Zeitung, von Patrick Hülsheger, DZ-Foto: Hülsheger