Notruf-App »HELPME«

Die Lazarus Networks GmbH (www.lazarus-networks.de) entwickelt und vertreibt die Notruf-App HeLPme, die von der Initiative Mittelstand mit dem Innovationspreis IT Best of 2017 und 2018 in der Kategorie Apps ausgezeichnet wurde.


HeLPme bietet dem Notrufenden zusätzlich zum „herkömmlichen“ Notruf über 112 die transparente, gleichzeitige Übermittlung von personenbezogenen Daten (Name, Anschrift, Körpergewicht, Körpergröße, Geburtsdatum, usw.) sowie aller im Mobilgerät vorhandenen Sensordaten wie z.B. Standortkoordinaten (GPS), Höhe, Licht und weitere an die teilnehmende Leitstelle (Bild 1).
Menschen mit Hör- oder Sprachbehinderung können vordefinierte Notrufe absetzen, z.B. um den Wunsch nach einem Notarzt oder der Feuerwehr direkt der Leitstelle in Textform übermitteln zu können. Zusätzlich bietet die App die Möglichkeit, mit Hilfe eines textbasierten Chats mit der Leitstelle zu kommunizieren (Bild 2). Innerhalb des Chats ist es auch möglich, eigene Bilder der Leitstelle zu übermitteln. Hör- oder sprachgeschädigte Personen sind somit nicht mehr auf ein Faxgerät angewiesen. Optional ist auch eine Live-Videoübertragung zur Leitstelle möglich. Somit wird immer eine barrierefreie Kommunikation mit der Leitstelle sichergestellt.
Der Einrichtungsaufwand ist gering. Beim ersten Start der App wird zur Sicherstellung der Identität die Mobilfunkrufnummer mit Hilfe einer SMS verifiziert und kann später nicht mehr geändert werden. Nach Einpflegen der persönlichen Daten können noch zusätzliche Informationen z.B. über gegenwärtige Infektionen, Allergien, Datum des letzten Krankenhausaufenthalts, die Notfall-Kontaktperson sowie weitere, für die Rettung wichtige Zusatzinformationen eingetragen werden. Aufgrund der freiwilligen Offenlegung der Daten erhält die Leitstelle Informationen, die durchaus im Notfall relevant sein können und deren Erhebung ggf. nicht ohne weiteres möglich wäre. Dazu zählen beispielsweise Angaben zur Krankenversicherung, Hinweise auf gesundheitliche Einschränkungen, körperliche Beeinträchtigungen oder aktuelle Erkrankungen.
 
 
Die Darstellung der übermittelten Daten im Leitstellensystem erfordert eine Schnittstelle, die vom jeweiligen Leitstellensystemhersteller angeboten werden muss (Bild 3 und 4). Aus dem zur Verfügung stehenden Datenpaket können diejenigen Daten gewählt werden, die Relevanz besitzen. Darüber kann jede Leitstelle frei entscheiden, Veränderungen sind möglich. Die Darstellung auf dem Bildschirm kann vor allem bei hohen Notrufaufkommen die Bearbeitung beschleunigen. Die gezielte Befragung des Notrufenden entfällt. Die Überprüfung der bereits angezeigten Informationen wie Name oder Anschrift ist einfacher, schneller und vor allem weniger fehleranfällig.
 

Die Geokoordinaten sind besonders dann sehr vorteilhaft, wenn Notrufende sich an einem ihnen unbekannten Ort befinden oder an Orten, an denen es an Infrastruktur mangelt (z.B. Wald, Gebirge oder Strand). Die Möglichkeit, die Position des Notrufenden auf einer Karte zu visualisieren, kann die Einschätzung der Geländebeschaffenheit wesentlich verbessern und eine wichtige Information zur Auswahl der geeigneten Rettungsmittel darstellen (Bild 5).
 

Die verpflichtende Angabe der eigenen Nummer, deren Verifizierung und Unveränderbarkeit sorgen dafür, dass trotzdem die richtige Nummer des Notrufenden in der Leitstelle angezeigt wird. Dies ist hilfreich im Falle eines Rückrufs, aber auch bei der Verfolgung in Fällen von Missbrauch. Um einem versehentlichen Absetzen eines Notrufs vorzubeugen, ist dem Notruf ein Countdown vorgeschaltet, der aktiv durch Berührung des Bildschirms heruntergezählt wird.
Zitat von BD Dipl.-Ing. Christian Bieber, Abteilungsleiter Technik, Leitstelle Münster:
„Durch die neuen technischen Möglichkeiten einer Notfall-App, können die Notrufabfragestellen aufgrund der Übertragung von Geodaten oder einer Chat-Funktion für Notrufe von Hör- oder Sprachgeschädigten Personen wesentlich zielgenauer den Menschen Hilfe zukommen lassen. Ich hoffe, dass die bisher verwendete und schwierig handhabbare Notruf-Faxübertragung so schnell
wie möglich durch eine Notruf-App abgelöst werden kann. Auch in der Schaffung einer möglichst standardisierten Schnittstelle bzw. Implementierung ins Leitstellensystem sehen wir keine großen Probleme“.
 
 
 
 
 
 
 


Quelle: BRANDSchutz/Deutsche Feuerwehr-Zeitung